Altersdurchmischtes Wohnen, Wettswil

Der Projektvorschlag für die genossenschaftliche Wohnsiedlung an der Poststrasse orientiert sich ortsbaulich wie auch im architektonischen Ausdruck an den Strukturen der ursprünglichen Dorfkern-Bebauungen. Die dörfliche Typologie von kompakten verputzten Wohnhäusern neben längsausgedehnten hölzernen Ökonomiebauten wird adaptiert und für die Entwicklung einer sich in das bestehende Ortsbild integrierenden und gleichzeitig ihre eigene Identität schaffenden Siedlung interpretiert. Drei steinerne Punktbauten wechseln sich mit drei hölzernen Langhäusern ab und spielen in der Längsachse des Grundstücks eine abwechslungsreiche, vielfältig nutz- und erlebbare Mittelzone frei. Als Ort der Begegnung und des sozialen Austauschs unterstreicht die gemeinsame Mitte die Idee des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Geprägt durch die Dachlandschaft aus einheitlich geneigten und durch ortstypische Quergiebel gegliederte Satteldächer vermittelt die Siedlung als neues Stück Dorf ein vertrautes Bild.

Die Ersatzneubauten für das ursprüngliche Bauernhaus und die stattliche Scheune in der Kernzone von Wettswil übernehmen die Volumetrie und die Grundzüge der bestehenden Gebäude. Dabei werden subtile gestalterische Interpretationen in Bezug auf Detail-Ausbildungen und Materialisierung vorgeschlagen, um so den Neubau einer reinen Rekonstruktion zu entziehen. Die Scheune bietet mit der vorgegebenen Volumetrie, der Lage und der Ausrichtung ein grosses Potential für aussergewöhnlichen Wohnraum. Unter dem grossflächigen Dach wird in Anlehnung an die Typologie des Bestandes eine in Querrichtung durchgängige einfache und repetitive Struktur geplant. Am Püntenweg südlich der Wohnscheune wird ein in die Abstandslinien eingepasstes Stöckli als Ergänzungsbau vorgeschlagen. Die neuen Häuser auf beiden Parzellen treten in ihrem identitätsstiftenden Ausdruck in eine architektonische Verwandtschaft und zeigen sich im Dorfbild als zusammengehörend: Ausladende Vordächer schützen die jeweils mit gleichartiger Vertikalschalung gegliederten unbehandelten Holzfassaden. Die verputzen Häuser werden mit robusten Sockeln und Aussenwänden aus Einsteinmauerwerk mit dickem mineralischem Kratzputz vorgeschlagen.

Auftragsart: 1. Rang, Studienauftrag
Bauherr: GEWOBAG
Projektteam: Norbert Niedermann, Philipp Sigg, Thomas Schwendener, Katharina Ebersbach, Mario Pessa
Landschaftsarchitekt: Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau
Visualisierungen: Studio 12

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