Erweiterung Alters- und Pflegeheim Schönau, Kaltbrunn (SG)

Kaltbrunn liegt am nördlichen Rande des Linthgebiets, am Fusse der Voralpen mit einem offenen Blick nach Süden in die Glarner- und Schwyzer- Alpen. Das Alters- und Pflegeheim Schönau selbst liegt in westlicher Richtung etwas ausserhalb vom Dorfzentrum an einem gut besonnten, topografisch leicht fallenden Südhang. Die nähere Umgebung zeichnet sich durch eine landschaftlich reizvolle Lage aus, welche von landwirtschaftlicher Nutzung bestimmt wird. Für die Erweiterung des Alters- und Pflegeheimes wird ostseitig ein viergeschossiger, kompakter Kopfbau vorgeschlagen, welcher zusammen mit dem Bestand eine L-förmige Komposition bildet. Diese Figur erzeugt einen gefassten Aussenraum und leitet den Besucher bzw. Bewohner von der Altersheimstrasse kommend über eine Sequenz von unterschiedlich gewichteten Aussenräumen in übersichtlicher Weise zum neu positionierten Haupteingang im zentralen Verbindungsstück zwischen Alt- und Neubau. Der Verbindungstrakt als vermittelndes Element erlaubt zudem den Neubau mit dem Bestand zu einer betrieblichen Einheit auf allen Geschossen zu verknüpfen. Entgegen dem Bestand wird der Neubau allseitig ausgerichtet, wodurch im Zusammenspiel mit der leicht polygonalen Formensprache sowie den Loggien und Aufenthaltsräumen abwechslungsreiche innere Erschliessungssequenzen und Orientierungsmöglichkeiten entstehen können. Ausgangspunkt des Projektvorschlages ist die Schaffung eines seitlichen Erweiterungsbaus mit dem Ziel, den Pflegebereich in zwei Abteilungen auf jeweils zwei Geschossen mit 2x12 Betten zu organisieren. Dadurch wird ein wirtschaftlicher Betrieb erwartet und eine strukturell durchgehende Raumgliederung ermöglicht. Die im Raumprogramm geforderten Nutzungen bzw. Betriebseinheiten werden wo möglich wieder dort angeordnet, wo sie sich schon heute befinden. Auf tiefere Eingriffe in den Bewohnergeschossen wird verzichtet. Die Materialisierung der Gebäudehülle verfolgt durch die Verwendung von ortstypischen Baustoffen wie Putz und Beton eine gewisse Nähe zum Bestand, um Neubau und Altbau als betriebliche Einheit lesbar zu machen. Der Ausdruck des Fassadenbildes wird durch die äussere Ablesbarkeit der inneren räumlichen Gliederung geprägt.

Auftragsart: ohne Rang, selektiver Wettbewerb 2015
Bauherr: Politische Gemeinde Kaltbrunn
Projektteam: Krzysztof Czech, Dorian McCarthy
Visualisierungen: maaars

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